Originales Kimchi selber machen - Rezept für die erste Charge

Zwei Gläser mit fermentiertem Chinakohl, bereit für das authentische kimchi rezept original. Ein Löffel ragt aus dem linken Glas.

Geschrieben von

Dorothea Mohr

Veröffentlicht am

8. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

Der erste Löffel selbst gemachtes Kimchi überrascht oft mit Schärfe, Säure und einer Tiefe, die fertige Gläser kaum erreichen. Für ein original koreanisches Kimchi-Rezept braucht es keinen speziellen Kimchi-Topf, sondern vor allem Chinakohl, Gochugaru, sauberes Arbeiten und etwas Geduld. Ich zeige dir die klassische Zubereitung, passende Küchengeräte, sichere Fermentation und Varianten für eine gelungene erste Charge.

Die wichtigsten Punkte für eine gelungene Charge

  • Chinakohl salzen: 1,5 kg Kohl etwa 2 Stunden ziehen lassen und gründlich abspülen.
  • Originaler Geschmack: Gochugaru, Knoblauch, Ingwer, Fischsauce und koreanischer Rettich geben die typische Würze.
  • Fermentation: Das Kimchi 1 bis 3 Tage bei etwa 18 bis 22 °C stehen lassen, danach kühlen.
  • Sauber arbeiten: Gemüse und Gewürze müssen möglichst vollständig unter der Flüssigkeit liegen.
  • Geduld: Nach 5 bis 7 Tagen schmeckt es frisch und würzig, nach mehreren Wochen deutlich säuerlicher.

Würziges Kimchi, zubereitet nach einem authentischen kimchi rezept original, auf einem weißen Teller.

Was ein original koreanisches Baechu-Kimchi ausmacht

Die bekannteste Variante heißt Baechu-Kimchi und wird mit Chinakohl zubereitet. Entscheidend ist nicht nur die rote Farbe, sondern das Zusammenspiel aus gesalzenem Gemüse, aromatischer Würzpaste und natürlicher Milchsäuregärung.

In Korea gibt es unzählige regionale Rezepte. Manche enthalten gesalzene Garnelen, Birne oder koreanischen Rettich, andere bleiben komplett vegan. Für mich gehört zu einer klassischen Version vor allem Gochugaru, ein mild-fruchtiges koreanisches Chilipulver. Gewöhnliches Chilipulver ist meist zu scharf und schmeckt eindimensional.

Ein Original bedeutet deshalb nicht, dass jede Familie dieselben Mengen verwendet. Es geht um die Technik und die typische Aromabasis, nicht um eine unveränderliche Zutatenliste. Genau diese Mischung macht das Rezept ideal für einen Kochabend mit Freunden, bei dem jeder sein Glas individuell abschmecken kann.

Zutaten für ein ausgewogenes Kimchi

Die folgende Menge ergibt ungefähr 1,5 bis 2 Liter Kimchi, abhängig davon, wie fest du das Gemüse in die Gläser drückst. Ich empfehle, für die erste Charge nicht mehr als diese Menge anzusetzen. So lässt sich der Geschmack leichter kontrollieren.

Zutat Menge Hinweis
Chinakohl 1,5 kg In Viertel oder mundgerechte Stücke teilen
Grobes Meersalz 60 g Zum Salzen des Kohls
Koreanischer Rettich oder Daikon 250 g In feine Stifte schneiden
Frühlingszwiebeln 5 Stück In 4 bis 5 cm lange Stücke teilen
Knoblauch 6 Zehen Fein reiben oder pürieren
Ingwer 25 g Frisch verwenden
Gochugaru 60 bis 80 g Je nach gewünschter Schärfe
Fischsauce 60 ml Für die klassische, nicht vegane Version
Gesalzene Garnelen 20 g Optional, aber sehr aromatisch
Reismehl 15 g Für die traditionelle Würzpaste
Wasser 150 ml Für den Reismehlbrei
Zucker oder geriebene Birne 1 EL Rundet die Schärfe ab

Für eine vegane Variante ersetzt du Fischsauce und Garnelen durch 2 EL helle Sojasauce und 1 bis 2 EL koreanische fermentierte Sojabohnenpaste. Der Geschmack wird etwas erdiger, bleibt aber angenehm würzig. Bei der Schärfe würde ich lieber vorsichtig starten, denn nach der Fermentation wirkt Gochugaru oft runder, aber nicht automatisch milder.

So bereitest du das Kimchi Schritt für Schritt zu

1. Chinakohl richtig salzen

Halbiere oder viertele den Chinakohl und reibe die Blätter sorgfältig mit Salz ein. Besonders die dicken Stellen am Strunk brauchen Salz, weil sie langsamer weich werden. Lass den Kohl in einer großen Schüssel etwa 2 Stunden stehen und wende ihn alle 30 Minuten.

Der Kohl ist bereit, wenn sich die Blätter biegen lassen, ohne zu brechen. Spüle ihn danach unter kaltem Wasser zwei- bis dreimal ab und lass ihn mindestens 20 Minuten gut abtropfen. Zu viel Restwasser verdünnt später die Würzpaste.

2. Würzpaste anrühren

Verrühre Wasser und Reismehl in einem kleinen Topf und erhitze die Mischung unter Rühren, bis ein dünner Brei entsteht. Das dauert meist 3 bis 5 Minuten. Lass ihn vollständig abkühlen, bevor du Gochugaru, Fischsauce, Knoblauch, Ingwer und Zucker einrührst.

Die Paste soll kräftig schmecken, aber nicht unangenehm salzig sein. Der Rettich und der Chinakohl bringen später zusätzlich Flüssigkeit und mildern die Würze etwas ab.

3. Gemüse mischen und abfüllen

Gib Rettich und Frühlingszwiebeln in eine große Schüssel und vermische sie mit der Paste. Hebe den abgetropften Kohl unter und massiere die Würzung mit sauberen Einweghandschuhen zwischen die Blätter. Ohne Handschuhe funktionieren die Gewürze ebenfalls, aber Knoblauch und Chili bleiben lange an den Händen.

Drücke das Kimchi portionsweise in saubere Bügel- oder Schraubgläser. Zwischen Gemüse und Deckel sollten ungefähr 3 cm Platz bleiben, weil während der Gärung Gas entsteht. Drücke alles kräftig nach unten, bis Flüssigkeit aufsteigt und das Gemüse möglichst bedeckt.

Fermentation, Reife und Aufbewahrung

Stelle die verschlossenen, aber nicht überfüllten Gläser bei 18 bis 22 °C auf ein Tablett. Je nach Raumtemperatur beginnt die Fermentation nach 12 bis 24 Stunden. Ein leicht säuerlicher Geruch, kleine Bläschen und ein sanftes Zischen beim Öffnen sind normale Zeichen.

Nach 1 bis 3 Tagen wandert das Kimchi in den Kühlschrank. Öffne die Gläser während der ersten Tage einmal vorsichtig, damit Druck entweichen kann. Im Kühlschrank reift es langsam weiter und schmeckt nach einer Woche frisch-säuerlich, nach drei bis vier Wochen kräftiger und deutlich komplexer.

Ein Fermentationsgewicht ist nicht zwingend nötig, macht die Sache aber sicherer. Es hält das Gemüse unter der Flüssigkeit. Sollte sich Schimmel bilden oder das Kimchi unangenehm faulig riechen, solltest du es nicht probieren, sondern entsorgen. Saubere Gläser, frische Zutaten und möglichst wenig Sauerstoff im Glas reduzieren solche Probleme deutlich.

Welche Küchengeräte wirklich helfen

Gerät Nutzen
Große Schüssel Erleichtert das Wenden und gleichmäßige Vermischen
Küchenwaage Hilft, Salz und Zutaten zuverlässig abzuwiegen
Reibe oder Mixer Verarbeitet Knoblauch, Ingwer und Birne schnell zu einer Paste
Saubere Fermentationsgläser Geeignet sind Bügelgläser oder breite Schraubgläser
Fermentationsgewicht Hält das Gemüse unter der Flüssigkeit

Einen elektrischen Fermentationsschrank brauchst du für Kimchi nicht. Ich nutze lieber ein Thermometer für den Raum und stelle die Gläser an einen kühlen, dunklen Platz. Wärme beschleunigt die Gärung, kann aber auch zu einem sehr weichen Ergebnis führen.

Typische Fehler und sinnvolle Varianten

Wenn das Kimchi zu salzig ist

Dann wurde der Kohl meist zu kurz gespült oder die Würzpaste zusätzlich stark gesalzen. Spüle den Kohl nach dem Salzen gründlich ab und gib der Paste zunächst weniger Fischsauce hinzu. Nach einigen Tagen verteilt sich das Salz besser, aber ein deutlich übersalzenes Kimchi wird dadurch nicht vollständig gerettet.

Wenn das Kimchi kaum sauer wird

Bei niedrigen Raumtemperaturen braucht die Fermentation länger. Gib dem Glas weitere 24 bis 48 Stunden und drücke das Gemüse zwischendurch erneut unter die Flüssigkeit. Sehr frisches Kimchi darf zunächst mild schmecken, denn die Säure entwickelt sich langsam im Kühlschrank weiter.

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Wenn du es milder oder vegan möchtest

Für eine mildere Version reduzierst du Gochugaru auf 35 bis 40 g und ergänzt etwas mehr Rettich. Eine vegane Charge gelingt mit Sojasauce oder fermentierter Bohnenpaste statt Fischsauce. Ich finde außerdem eine kleine geriebene Birne sinnvoll, weil sie Süße und Fruchtigkeit bringt, ohne das Kimchi nach Dessert schmecken zu lassen.

Die erste Charge darf ruhig etwas unperfekt sein

Bei selbst gemachtem Kimchi entscheidet nicht ein einzelner Arbeitsschritt, sondern das Zusammenspiel aus Salz, Temperatur, Zeit und sauberem Abfüllen. Wenn der Kohl knackig bleibt, angenehm säuerlich riecht und keine auffälligen Beläge zeigt, bist du auf dem richtigen Weg.

Für den Einstieg würde ich ein Glas nach zwei Tagen kühlen und das zweite einen Tag länger fermentieren lassen. So schmeckst du direkt, welche Reife dir besser gefällt, und findest ohne großen Aufwand dein eigenes originales Kimchi-Rezept.

Häufig gestellte Fragen

Der Chinakohl wird etwa 2 Stunden gesalzen und dabei alle 30 Minuten gewendet. Danach spülst du ihn zwei- bis dreimal ab und lässt ihn mindestens 20 Minuten gut abtropfen.

Stelle die Gläser bei 18 bis 22 °C für 1 bis 3 Tage auf. Sobald ein leicht säuerlicher Geruch, kleine Bläschen oder ein sanftes Zischen auftreten, kommt das Kimchi in den Kühlschrank, wo es langsam weiterreift.

Für eine mildere Variante reduzierst du Gochugaru auf 35 bis 40 g und verwendest etwas mehr Rettich. Vegan wird das Kimchi, wenn du Fischsauce und gesalzene Garnelen durch 2 EL helle Sojasauce und 1 bis 2 EL fermentierte koreanische Sojabohnenpaste ersetzt.

Das Gemüse sollte möglichst vollständig unter der Flüssigkeit liegen. Bei Schimmel oder einem unangenehm fauligen Geruch solltest du das Kimchi nicht probieren, sondern entsorgen.

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Dorothea Mohr

Dorothea Mohr

Ich bin Dorothea Mohr und seit 12 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Streetfood, Kochen mit Freunden und der Ausrichtung von Festen. Diese Leidenschaft für geselliges Beisammensein und gutes Essen hat mich dazu gebracht, mein Wissen und meine Erfahrungen auf sportsbar-copacabana.de zu teilen. Ich liebe es, die besten Rezepte für unkomplizierte Gerichte zu finden, die man gemeinsam zubereiten kann, und gebe gerne Tipps, wie man jede Feier zu einem besonderen Anlass macht. Dabei lege ich Wert darauf, dass meine Anleitungen verständlich sind und die Leserinnen und Leser ermutigen, selbst kreativ zu werden und Spaß in der Küche zu haben.

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