Kimchi selber machen - so gelingt es mit Zutaten und Fermentation

Würziges Kimchi, das zeigt, wie man Kimchi macht. Knackiger Chinakohl mit roter Chilipaste und Sesam.

Geschrieben von

Annelore Herrmann

Veröffentlicht am

4. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Kimchi selbst zu machen ist vor allem ein Spiel aus drei Dingen: sauberem Arbeiten, passender Salzmenge und genug Zeit für die Fermentation. Wer den Ablauf einmal verstanden hat, braucht weder Spezialgerät noch komplizierte Technik, sondern nur einen guten Kohl, ein passendes Glas und etwas Geduld. Genau darum geht es hier, außerdem um die Küchengeräte, die den Unterschied zwischen matschigem Gemüse und knackigem, aromatischem Kimchi ausmachen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für ein gutes Basis-Kimchi reichen Chinakohl, Salz, Knoblauch, Ingwer, Chili, Frühlingszwiebeln und ein passendes Glas.
  • Ich arbeite mit 20 bis 30 g unjodiertem Salz pro 1 kg Kohl und lasse den Kohl meist 2 bis 4 Stunden ziehen.
  • Die erste Gärung klappt in vielen Küchen bei Zimmertemperatur in 24 bis 48 Stunden, danach geht das Glas in den Kühlschrank.
  • Wichtiger als teure Ausrüstung sind eine große Schüssel, ein scharfes Messer, Handschuhe und ein sauberes, gut schließendes Glas.
  • Normal sind Bläschen, Druck und ein säuerlicher Geruch. Flaumiger Schimmel, faule Noten oder schleimige Textur sind ein Warnsignal.

Welche Zutaten ich für ein stabiles Basis-Kimchi nehme

Beim Kimchi entscheidet nicht die Menge der Zutaten, sondern ihre Balance. Ich halte die Basis bewusst schlicht, weil ein klar aufgebautes Kimchi aromatischer wird als eine überladene Paste mit zu viel Zucker, zu viel Chili oder zu wenig Salz. Für den Alltag funktioniert in Deutschland ein klassisches Chinakohl-Kimchi am zuverlässigsten, weil Chinakohl gut verfügbar ist und beim Fermentieren schön zart bleibt.

Zutat Richtwert für 1 kg Chinakohl Wofür sie da ist
Chinakohl 1 großer Kopf Die Basis, er bringt Saft, Struktur und Volumen.
Unjodiertes Salz 20 bis 30 g Zieht Wasser aus dem Kohl und schafft die Grundlage für die Fermentation.
Knoblauch 4 bis 6 Zehen Für Tiefe, Würze und die typische Schärfe im Hintergrund.
Ingwer 2 bis 3 cm Stück Gibt Frische und hält die Paste lebendig.
Gochugaru 2 bis 4 EL Koreanische Chiliflocken, sie bringen Farbe und eine fruchtige Schärfe.
Frühlingszwiebeln 3 bis 4 Stangen Für Frische und eine leichte Schärfe im Biss.
Rettich oder Möhre 100 bis 200 g Sorgt für Crunch und macht das Kimchi im Mund interessanter.
Fischsauce oder Sojasauce 1 bis 2 EL Bringt Umami. Für vegane Versionen funktioniert Sojasauce oder Misopaste.
Reisbrei oder etwas Zucker optional Hilft der Paste, runder zu schmecken und leichter zu haften.

Wenn ich nur eine Sache variieren will, dann die Schärfe. Ein milderes Kimchi ist für Einsteiger oft die bessere Wahl, weil es geschmacklich schneller überzeugt und am Tisch vielseitiger einsetzbar ist. Als Nächstes geht es um die Werkzeuge, denn beim Kimchi macht die Küche selbst mehr aus, als viele erwarten.

Welche Küchengeräte die Arbeit deutlich leichter machen

Man kann Kimchi mit sehr wenig Ausrüstung herstellen, aber mit den richtigen Werkzeugen wird der Ablauf sauberer und schneller. Ich setze auf Dinge, die sich in einer normalen deutschen Küche ohnehin finden lassen, und ergänze nur dort, wo es wirklich hilft. Ein gutes Messer und eine große Schüssel sind wichtiger als ein exotisches Fermentier-Set.

Gerät Warum ich es nutze Praktische Alternative
Große Schüssel Zum Salzen, Wenden und Mischen braucht der Kohl viel Platz. Ein großer Bräter oder ein breiter Topf.
Scharfes Messer oder Hobel Saubere, gleichmäßige Stücke fermentieren gleichmäßiger. Mandoline, Küchenmaschine mit Schneideaufsatz oder ein gutes Kochmesser.
Einmalhandschuhe Die Chili-Paste reizt Hände und Nägel, außerdem lässt sich damit besser massieren. Sehr gründlich gewaschene Hände, wenn die Schärfe mild ist.
Sieb oder Abtropfschale Damit der Kohl nach dem Salzen wirklich trocken wird. Sauberes Küchentuch oder Salatschleuder.
Schraubglas oder Fermentierglas Hier reift das Kimchi sicher und sauber nach. Einmachglas mit gutem Deckel, nicht randvoll füllen.
Gewicht oder kleiner Einsatz Hält das Gemüse unter der Lake, damit nichts an der Oberfläche austrocknet. Ein sauberes Kohlblatt, ein kleines Glas oder ein Fermentiergewicht.

Ich achte vor allem auf Sauberkeit, nicht auf Sterilität im Labor-Sinn. Das Glas sollte sauber und trocken sein, die Hände ebenfalls, und Reste von Spülmittel haben im Ferment nichts verloren. Wenn die Ausrüstung steht, kann der eigentliche Ablauf beginnen.

Zwei Gläser mit eingelegtem Gemüse, bereit für die Fermentation. So macht man Kimchi: Kohl, Karotten, Rettich und Brokkoli in Salzlake.

So bereite ich Kimchi Schritt für Schritt zu

Die Zubereitung ist deutlich einfacher, wenn man sie in klare Schritte zerlegt. Ich arbeite bei Kimchi immer in derselben Reihenfolge, weil sich dadurch die Textur besser kontrollieren lässt und die Paste später gleichmäßiger sitzt. Wer hier sauber arbeitet, bekommt am Ende ein deutlich knackigeres Ergebnis.

  1. Den Kohl vorbereiten. Ich halbiere oder viertle den Chinakohl, entferne den Strunk nur so weit, dass die Blätter zusammenbleiben, und schneide den Kohl in mundgerechte Stücke oder breite Streifen.
  2. Den Kohl salzen. Die Stücke kommen in die große Schüssel, dann verteile ich das Salz gründlich zwischen den Blättern. Das Ganze lasse ich 2 bis 4 Stunden stehen, bei wärmerer Küche eher kürzer, bei kühlerer eher etwas länger.
  3. Den Salzgrad prüfen. Der Kohl soll biegsam sein, aber nicht schlaff und matschig. Wenn ein Blatt sich ohne Widerstand biegen lässt, ist der richtige Punkt meist erreicht.
  4. Gründlich abspülen und abtropfen lassen. Ich spüle den Kohl 2 bis 3 Mal mit kaltem Wasser, damit überschüssiges Salz weg ist, und lasse ihn danach mindestens 20 bis 30 Minuten gut abtropfen.
  5. Die Paste anrühren. Knoblauch, Ingwer, Gochugaru, Fischsauce oder Sojasauce, etwas Zucker oder Reisbrei und das restliche Gemüse werden zu einer dicken Paste vermischt. Gochugaru ist dabei kein normales Chilipulver, sondern koreanische Chiliflocke mit fruchtiger, nicht nur scharfer Wirkung.
  6. Alles vermengen. Mit Handschuhen massiere ich die Paste gleichmäßig in den Kohl ein. Hier darf nichts trocken bleiben, aber das Gemüse soll auch nicht erdrückt werden.
  7. Ins Glas füllen. Ich drücke das Kimchi fest in das Glas, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen wird. Oben lasse ich 2 bis 3 cm Platz, weil sich während der Gärung Druck bildet.
  8. Die erste Fermentation starten. Das Glas steht bei Zimmertemperatur, am besten dunkel oder zumindest ohne direkte Sonne. Nach 24 Stunden beginne ich zu probieren, nach 48 Stunden ist oft schon eine deutlich runde Säure da.

Wenn ich das Kimchi einsortiert habe, achte ich darauf, dass Gemüse und austretende Flüssigkeit möglichst alles bedecken. Genau an dieser Stelle entscheidet sich oft, ob die Fermentation sauber läuft oder später an der Oberfläche Probleme macht. Deshalb lohnt sich der Blick auf Temperatur und Lagerung besonders.

Wie die Fermentation gelingt, ohne das Glas zu riskieren

Kimchi braucht keine komplizierte Technik, aber es reagiert empfindlich auf die Umgebung. Die Temperatur bestimmt, wie schnell sich Säure bildet, wie knackig das Gemüse bleibt und wann das Glas in den Kühlschrank sollte. In einer warmen Küche läuft alles deutlich schneller als in einem kühlen Raum, und genau das übersehen viele beim ersten Versuch.

Bedingung Typische Dauer Was ich erwarte
18 bis 22 °C 24 bis 48 Stunden Frische, leichte Säure, noch knackige Textur.
Über 22 °C 12 bis 36 Stunden Deutlich schnellere Gärung, aber auch höheres Risiko für zu starke Säure.
Kühlschrank bei 4 bis 7 °C ab Tag 2 oder 3 Die Gärung verlangsamt sich, das Aroma wird runder und stabiler.

Ein fest verschlossenes Glas sollte ich während der ersten Tage im Blick behalten, weil sich Kohlendioxid bildet. Viele nutzen deshalb einen Fermentierdeckel oder öffnen den Deckel kurz, um Druck abzulassen. Das ist kein Hexenwerk, aber wichtig, damit das Glas nicht unnötig unter Spannung steht.

  • Normal sind kleine Bläschen, leichte Trübung der Lake und ein angenehmer, säuerlich-würziger Geruch.
  • Ebenso normal ist es, wenn das Kimchi nach ein paar Tagen deutlich mehr Aroma entwickelt als am ersten Tag.
  • Kritisch sind flaumiger Schimmel, rosa oder grünliche Beläge, schleimige Konsistenz oder ein klar fauliger Geruch.
  • Kahmhefe ist eine matte, meist weiße Oberflächenschicht, die eher an einen Film als an flauschigen Schimmel erinnert. Sie ist nicht schön, aber oft ein Zeichen dafür, dass oben zu viel Luft war. Ich nehme sie vorsichtig ab und prüfe Geruch und Oberfläche genau.

Wenn das Kimchi angenehm säuerlich schmeckt, wandert es in den Kühlschrank. Dort reift es weiter, aber langsamer, und hält sich je nach Sauberkeit, Salzgehalt und Lagerung oft mehrere Wochen bis Monate. Danach lohnt sich der Blick auf die typischen Fehler, weil genau dort die meisten ersten Versuche unnötig scheitern.

Welche Fehler ich bei Kimchi am häufigsten sehe

Die meisten Probleme entstehen nicht durch das Rezept, sondern durch kleine Abweichungen im Ablauf. Ich sehe vor allem drei Dinge immer wieder: zu wenig Salz, zu viel Luft im Glas und zu viel Ungeduld. Wer diese Punkte sauber löst, hat schon einen großen Teil der Arbeit erledigt.

  • Jodsalz verwenden. Ich lasse es weg und nehme Meersalz oder Steinsalz ohne Rieselhilfe, weil das Ergebnis zuverlässiger und klarer schmeckt.
  • Den Kohl nicht gründlich genug abtropfen lassen. Zu viel Restwasser verdünnt die Paste und macht das Kimchi später flacher.
  • Das Glas zu voll packen. Ohne 2 bis 3 cm Platz oben kann die entstehende Gärung den Deckel stark belasten.
  • Gemüse über der Lake lassen. Alles, was oben herausschaut, ist anfälliger für Schimmel oder Kahmhefe.
  • Zu lange bei Wärme stehen lassen. Dann wird das Kimchi oft schneller sauer, aber auch weicher als nötig.
  • Zu früh beurteilen. Nach 12 Stunden ist Kimchi noch nicht fertig. Es braucht mindestens etwas Zeit, um Tiefe zu entwickeln.

Ich ziehe außerdem kleine Gläser großen vor, wenn ich für mehrere Tage oder für Gäste vorbereite. Zwei mittelgroße Gläser reifen berechenbarer als ein riesiger Behälter, und man muss seltener das gesamte Volumen öffnen. Das passt auch gut zu deutschen Küchen, in denen Platz im Kühlschrank oft begrenzt ist.

Welche Varianten in deutschen Küchen besonders gut funktionieren

Kimchi muss nicht immer streng traditionell sein, um gut zu werden. In Deutschland lassen sich viele Versionen mit Zutaten umsetzen, die fast jeder Supermarkt führt. Ich finde das praktisch, weil man so weniger abhängig von Spezialläden ist und die Schärfe an den eigenen Tisch anpassen kann.

Variante Was sie verändert Wann ich sie wähle
Klassisches Chinakohl-Kimchi Der vertraute, ausgewogene Geschmack mit guter Textur. Wenn ich das erste Mal Kimchi mache oder einen sicheren Standard will.
Weißkohl-Kimchi Etwas fester und herzhafter, oft günstiger und leichter verfügbar. Wenn Chinakohl gerade nicht da ist oder ich einen rustikaleren Biss will.
Veganes Kimchi Ohne Fischsauce, dafür mit Sojasauce, etwas Miso oder mehr Umami aus Gemüse. Wenn ich für gemischte Gruppen koche oder eine rein pflanzliche Variante brauche.
Mildes Kimchi Weniger Chili, dafür mehr Frische und breitere Einsetzbarkeit am Tisch. Wenn mehrere Leute mitessen und nicht alle Schärfe mögen.

Für Kochabende oder kleine Feste ist die mildere Variante oft die klügere Wahl. Ich stelle dann lieber noch Chiliflocken oder etwas schärfere Paste separat auf den Tisch, statt das gesamte Glas für alle gleich scharf zu machen. So bleibt Kimchi anschlussfähig für Gäste, die koreanische Schärfe erst noch kennenlernen.

Womit das erste Glas auf dem Tisch am meisten überzeugt

Wenn das Kimchi fertig ist, fängt der eigentlich angenehme Teil an. Ich nutze es nicht nur als Beilage, sondern auch als starkes Aroma-Element, das einfache Gerichte sofort interessanter macht. Gerade für Streetfood-Abende, gemeinsames Kochen oder ein Buffet mit mehreren kleinen Tellern ist ein gutes Glas Kimchi fast immer ein Gewinn.

  • Zu Reis, Spiegelei und Sesamöl als schnelles Abendessen.
  • In gebratenem Reis, wenn etwas Säure und Schärfe fehlen.
  • Auf Burgern oder Sandwiches, wenn das Gericht mehr Spannung braucht.
  • Zu Grillgut, weil die Säure Fett und Röstaromen gut auffängt.
  • In Wraps oder Bowls, wenn ich etwas Knackiges und Pikantes ergänzen will.

Wenn du nur einen praktischen Startpunkt mitnehmen willst, dann diesen: Nimm 1 kg Chinakohl, arbeite mit 25 g unjodiertem Salz, fülle das Glas sauber und nicht zu voll und gib dem Kimchi mindestens 24 Stunden Zeit. Alles Weitere wird mit dem zweiten Glas leichter, weil man dann schon spürt, wie Salz, Temperatur und Geduld zusammenarbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Der Artikel arbeitet mit 20 bis 30 g unjodiertem Salz pro 1 kg Kohl, meist mit etwa 25 g. Danach zieht der Kohl 2 bis 4 Stunden, bis er biegsam, aber noch nicht matschig ist.

Eine große Schüssel, ein scharfes Messer oder Hobel, Einmalhandschuhe, ein Sieb zum Abtropfen und ein sauberes Schraubglas reichen völlig aus. Praktisch ist außerdem ein Gewicht, damit das Gemüse unter der Lake bleibt.

Bei 18 bis 22 °C dauert die erste Gärung meist 24 bis 48 Stunden. Ist die Küche wärmer, kann es schon nach 12 bis 36 Stunden deutlich sauer werden; ab Tag 2 oder 3 kommt das Glas in den Kühlschrank.

Normal sind kleine Bläschen, eine leichte Trübung der Lake und ein angenehm säuerlich-würziger Geruch. Kritisch sind flaumiger Schimmel, rosa oder grünliche Beläge, schleimige Textur oder ein klar fauliger Geruch; Kahmhefe erscheint eher als matter weißer Film.

Am zuverlässigsten ist klassisches Chinakohl-Kimchi, weil Chinakohl gut verfügbar ist und beim Fermentieren zart bleibt. Wer es milder mag, reduziert die Chilimenge; ohne Fischsauce funktioniert auch eine vegane Version mit Sojasauce oder Miso.

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Annelore Herrmann

Mein Name ist Annelore Herrmann und seit 5 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Streetfood, Kochen mit Freunden und der Ausrichtung von Festen. Diese Leidenschaft begann bei mir schon früh, als ich merkte, wie sehr gutes Essen und gemeinsame Erlebnisse Menschen verbinden. Auf sportsbar-copacabana.de teile ich meine Erfahrungen und mein Wissen, um euch Inspiration für eure nächste kulinarische Unternehmung zu geben. Ich lege Wert darauf, dass die Informationen, die ich präsentiere, praxisnah, verständlich und immer auf dem neuesten Stand sind. Ob es um einfache Rezepte für den Alltag, kreative Ideen für eure nächste Party oder darum geht, die besten Streetfood-Trends zu entdecken – ich versuche stets, euch mit nützlichen Tipps und fundierten Einblicken zur Seite zu stehen.

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