Kimchi selber machen mit knackigem Chinakohl

Frisch zubereitetes Kimchi, das beste Kimchi Rezept, liegt auf einem schwarzen Stein.

Geschrieben von

Dorothea Mohr

Veröffentlicht am

25. Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

Ein Glas selbst gemachtes Kimchi bringt Schärfe, Säure und Umami auf den Tisch und passt damit genauso gut zu Reis wie zu Burgern, Grillspießen oder einer geselligen Streetfood-Runde. Das beste Kimchi-Rezept ist für mich nicht das schärfste, sondern eines mit knackigem Chinakohl, ausgewogener Würze und einer kontrollierten Fermentation. Hier zeige ich die genaue Zubereitung, sinnvolle Zutaten, passende Küchengeräte und die Fehler, die den Geschmack schnell verderben.

Mit diesen Grundregeln gelingt aromatisches Kimchi

  • 35 g Salz pro 1 kg Chinakohl sorgen für eine gute Vorbereitung und knackige Struktur.
  • Gochugaru bringt die typische fruchtige Schärfe, normales Chilipulver ist meist deutlich aggressiver.
  • Das Gemüse muss im Glas vollständig unter der Flüssigkeit liegen.
  • Bei 18 bis 22 °C startet die Fermentation meist nach 1 bis 3 Tagen.
  • Nach dem Ansäuern gehört Kimchi in den Kühlschrank bei etwa 2 bis 8 °C.

Frisch zubereitetes Kimchi, das beste Kimchi Rezept, serviert auf einem weißen Teller. Würzig und rot, bereit zum Genießen.

Mein Rezept für kräftiges Kimchi mit Chinakohl

Die folgende Menge ergibt ungefähr 1,3 bis 1,5 kg Kimchi, also zwei große oder drei kleinere Gläser. Ich bereite lieber eine überschaubare Menge zu, weil sich der Geschmack im Kühlschrank besser verfolgen lässt und das Glas nicht wochenlang geöffnet herumsteht.

Zutaten für zwei bis drei Gläser

  • 1 kg Chinakohl
  • 35 g grobes, möglichst jodfreies Salz
  • 250 g weißer Rettich oder Daikon
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 20 g frischer Ingwer
  • 4 Knoblauchzehen
  • 20 bis 30 g Gochugaru
  • 2 EL Fischsauce oder 2 EL helle Sojasauce für eine vegane Variante
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Reismehl
  • 150 ml Wasser

Die Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Den Chinakohl längs vierteln, den Strunk entfernen und die Blätter in etwa 3 bis 4 cm große Stücke schneiden. Mit dem Salz gründlich vermengen und 90 bis 120 Minuten stehen lassen. Dabei den Kohl zwei- bis dreimal wenden.
  2. Der Kohl ist bereit, wenn sich die dicken Blattrippen biegen lassen, ohne sofort zu brechen. Unter kaltem Wasser zwei- bis dreimal abspülen und anschließend 20 bis 30 Minuten abtropfen lassen.
  3. Für die Paste Reismehl und Wasser in einem kleinen Topf verrühren. Kurz aufkochen und unter Rühren etwa 1 bis 2 Minuten eindicken lassen. Die Mischung vollständig abkühlen lassen.
  4. Ingwer, Knoblauch, Gochugaru, Fischsauce oder Sojasauce, Zucker und Reismehlpaste verrühren. Der Geschmack darf jetzt intensiv sein, denn der Kohl verdünnt die Würze später etwas.
  5. Rettich in feine Stifte und Frühlingszwiebeln in Stücke schneiden. Mit dem abgetropften Kohl und der Paste vermengen. Ich trage dabei am liebsten Einmalhandschuhe, weil Gochugaru an den Händen lange nachwirkt.
  6. Das Kimchi portionsweise in saubere Gläser drücken. Dabei entstehen möglichst wenige Lufttaschen. Oben 2 bis 3 cm Platz lassen, weil während der Gärung Flüssigkeit aufsteigen kann.
  7. Das Gemüse mit einem Fermentiergewicht oder einem kleinen sauberen Glas beschweren. Es muss komplett unter der Flüssigkeit liegen. Die Gläser nur locker verschließen oder spezielle Fermentierdeckel verwenden.

Nach einem Tag bei Zimmertemperatur prüfe ich vorsichtig, ob sich kleine Bläschen bilden und das Aroma leicht säuerlich wird. Sobald das passiert, stelle ich die Gläser in den Kühlschrank. Dort entwickelt sich der Geschmack langsamer weiter und wird meistens nach 5 bis 7 Tagen runder.

Welche Zutaten den größten Unterschied machen

Kimchi steht und fällt nicht mit einer langen Zutatenliste. Entscheidend sind guter Chinakohl, echtes Gochugaru und ausreichend Zeit. Gerade beim Chilipulver wird in Deutschland häufig improvisiert, doch Cayennepfeffer macht das Kimchi meist nur scharf und nicht aromatisch.

Zutat Warum sie wichtig ist Gute Alternative
Gochugaru Fruchtige, mittlere Schärfe und typische rote Farbe Mildes koreanisches Chilipulver mit etwas Paprikapulver
Daikon Bringt Biss, Frische und leichte Süße Weißer Rettich oder Kohlrabi
Fischsauce Sorgt für salziges Umami und mehr Tiefe Helle Sojasauce oder vegane Fischsauce
Reismehl Bindet die Paste und verteilt sie gleichmäßig Weizenmehl oder die Paste einfach weglassen

Die Reismehlpaste ist kein Muss, aber sie macht die Würzung cremiger und haftet besser an den Blättern. Wer glutenfrei kocht, nimmt Reismehl oder lässt die Paste weg. Für veganes Kimchi reicht eine kräftige Sojasauce, ein wenig Misopaste kann zusätzlich für mehr Umami sorgen.

Bei der Schärfe starte ich lieber vorsichtig mit 20 g Gochugaru und erhöhe erst bei der nächsten Charge. Fermentiertes Kimchi schmeckt nicht einfach nur schärfer, sondern auch intensiver. Was am ersten Tag angenehm pikant wirkt, kann nach einer Woche deutlich kräftiger erscheinen.

So steuerst du die Fermentation im Glas

Die Fermentation ist eine Milchsäuregärung. Dabei wandeln natürliche Milchsäurebakterien Zucker in Säure um. Das macht den Kohl säuerlich, verlängert seine Haltbarkeit und verändert die Konsistenz. Für den Hausgebrauch ist die wichtigste Regel simpel: sauber arbeiten und das Gemüse unter der Flüssigkeit halten.

Die richtige Temperatur und Dauer

Temperatur Typische Dauer bis zum Kühlschrank Geschmack
18 bis 22 °C 1 bis 3 Tage Ausgewogen und angenehm frisch
23 bis 26 °C 12 bis 36 Stunden Schneller sauer, oft kräftiger
Unter 18 °C 3 bis 5 Tage Langsamere Entwicklung und mildere Säure

Die Zeitangaben sind nur Orientierung, denn Salzmenge, Raumtemperatur und Reife des Gemüses verändern den Prozess. Ich verlasse mich deshalb stärker auf Bläschen, Duft und Geschmack als auf eine starre Uhr. Riecht das Kimchi frisch säuerlich und schmeckt es angenehm pikant, ist der richtige Zeitpunkt für den Kühlschrank erreicht.

Woran du gutes und verdorbenes Kimchi erkennst

Ein leicht säuerlicher, würziger und manchmal etwas schwefliger Geruch kann bei fermentiertem Kohl normal sein. Schimmel, pelzige Beläge, fauliger Geruch oder eine ungewöhnlich schleimige Oberfläche sind dagegen klare Warnzeichen. In diesem Fall entsorge ich den gesamten Inhalt und probiere nicht, nur die obere Schicht abzunehmen.

Das Glas sollte nicht randvoll sein, weil sich während der ersten Tage Druck aufbaut. Einmal täglich kurz zu entlüften hilft bei normalen Schraubgläsern. Noch bequemer sind Fermentierdeckel mit Ventil, die Gas herauslassen und gleichzeitig den Kontakt mit Luft reduzieren.

Die passenden Küchengeräte für eine saubere Zubereitung

Du brauchst keine Spezialküche. Einige einfache Hilfsmittel machen die Arbeit aber deutlich angenehmer und helfen dabei, die Salzmenge und Hygiene im Griff zu behalten.

  • Digitale Küchenwaage für Kohl, Salz und Gochugaru
  • Große Schüssel mit mindestens 3 Litern Fassungsvermögen
  • Scharfes Kochmesser und stabiles Schneidebrett
  • Kleiner Topf und Schneebesen für die Reismehlpaste
  • Saubere Einmachgläser mit insgesamt 1,5 bis 2 Litern Volumen
  • Fermentiergewichte oder kleine Glasgewichte
  • Trichter zum sauberen Befüllen
  • Einmalhandschuhe beim Vermengen der Chilipaste

Ein Mixer ist praktisch, aber nicht zwingend nötig. Ich hacke Ingwer und Knoblauch bei kleinen Mengen einfach sehr fein. Das spart Abwasch und lässt die Paste etwas rustikaler wirken. Wichtig ist vor allem, dass Gläser, Deckel und Gewichte gründlich sauber sind und keine Spülmittelreste enthalten.

Die häufigsten Fehler beim ersten Ansatz

Der Kohl bleibt hart und trocken

Dann wurde er meist zu kurz gesalzen oder die Paste nicht gründlich verteilt. Die Blätter sollen weich genug sein, um sich biegen zu lassen, aber nicht matschig. Nach dem Abspülen darf der Kohl noch deutlich salzig schmecken, sonst fehlt später oft Würze.

Das Kimchi ist zu salzig

Zu viel Salz lässt sich nur begrenzt korrigieren. In diesem Fall mische ich eine kleine Menge ungesalzenen Chinakohl oder Rettich unter und lasse alles gemeinsam weiterziehen. Starkes Ausspülen entfernt zwar Salz, nimmt aber auch Geschmack und kann die Fermentation verlangsamen.

Es entsteht kaum Flüssigkeit

Chinakohl gibt nicht immer gleich viel Wasser ab. Drücke das Gemüse beim Einfüllen kräftig nach unten und gieße bei Bedarf einen kleinen Teil der aufgefangenen Salzlake darüber. Das Gemüse muss bedeckt sein, aber nicht in einer großen Menge Wasser schwimmen.

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Das Kimchi wird zu scharf

Verwende weniger Gochugaru und ersetze einen Teil durch mildes Paprikapulver. Zucker macht die Schärfe nicht wirklich geringer, sondern rundet sie nur etwas ab. Für eine Familienportion finde ich 20 g Gochugaru pro Kilogramm Kohl meist angenehmer als sehr großzügige Mengen.

So servierst du Kimchi bei Freunden und im Alltag

Frisches Kimchi schmeckt knackig und hell, gereiftes Kimchi wird weicher, saurer und kräftiger. Für eine kalte Beilage bevorzuge ich die junge Variante. Älteres Kimchi eignet sich besonders gut für Kimchi-Reis, Pfannengerichte, Suppen oder gegrillte Sandwiches, weil die Säure beim Erhitzen etwas milder wirkt.

  • Als Beilage zu Reis, gebratenem Tofu oder gegrilltem Fleisch
  • Auf Burgern und Hotdogs als würziger Ersatz für Gurken
  • In einer schnellen Kimchi-Reispfanne mit Ei oder Tofu
  • Als Füllung für herzhafte Pfannkuchen
  • Zu Käse, geröstetem Brot und anderen Streetfood-Snacks

Bei einer Kochrunde stelle ich Kimchi am besten in einer kleinen Schale auf den Tisch und fülle nur den benötigten Teil ab. So bleibt das Hauptglas sauber und hält länger. Benutze immer ein sauberes Besteck und drücke die Oberfläche danach wieder unter die Flüssigkeit.

Ein Glas Kimchi, das auch nach Wochen noch Freude macht

Der größte Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem überzeugenden Ansatz liegt selten in exotischen Zutaten. Entscheidend sind präzises Salzen, ein aromatisches Chilipulver, wenig Luft im Glas und Geduld. Genau diese vier Punkte würde ich beim ersten Versuch priorisieren.

Bereite zunächst eine kleine Menge zu, probiere sie nach einem, drei und sieben Tagen und notiere dir Salz, Temperatur und Geschmack. So findest du schnell deine persönliche Mischung aus Schärfe und Säure und entwickelst ein Kimchi, das nicht nur beim ersten Öffnen, sondern auch als vielseitige Beilage bei der nächsten Kochrunde funktioniert.

Häufig gestellte Fragen

Für 1 kg Chinakohl sind 35 g grobes, möglichst jodfreies Salz vorgesehen. Der Kohl sollte 90 bis 120 Minuten ziehen und dabei zwei- bis dreimal gewendet werden. Danach wird er zwei- bis dreimal kalt abgespült und 20 bis 30 Minuten abgetropft.

Gochugaru sorgt für die typische fruchtige Schärfe und rote Farbe. Normales Chilipulver oder Cayennepfeffer macht das Kimchi häufig vor allem scharf. Für eine mildere Variante kannst du mit 20 g Gochugaru pro Kilogramm Kohl starten und bei Bedarf mildes Paprikapulver ergänzen.

Bei 18 bis 22 °C steht Kimchi meist 1 bis 3 Tage bei Raumtemperatur. Kleine Bläschen und ein leicht säuerlicher Duft zeigen den Beginn der Fermentation. Danach kommt es in den Kühlschrank, wo sich der Geschmack über 5 bis 7 Tage weiter abrundet.

Ein säuerlicher, würziger oder leicht schwefliger Geruch kann normal sein. Schimmel, pelzige Beläge, fauliger Geruch oder eine ungewöhnlich schleimige Oberfläche sind dagegen Warnzeichen. Dann solltest du den gesamten Inhalt entsorgen und nicht nur die obere Schicht entfernen.

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Dorothea Mohr

Ich bin Dorothea Mohr und seit 12 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Streetfood, Kochen mit Freunden und der Ausrichtung von Festen. Diese Leidenschaft für geselliges Beisammensein und gutes Essen hat mich dazu gebracht, mein Wissen und meine Erfahrungen auf sportsbar-copacabana.de zu teilen. Ich liebe es, die besten Rezepte für unkomplizierte Gerichte zu finden, die man gemeinsam zubereiten kann, und gebe gerne Tipps, wie man jede Feier zu einem besonderen Anlass macht. Dabei lege ich Wert darauf, dass meine Anleitungen verständlich sind und die Leserinnen und Leser ermutigen, selbst kreativ zu werden und Spaß in der Küche zu haben.

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